Sonntag, 20. Juli 2014

Injektionen subkutan - don´t panic Jinx ist wieder gesund!

Das leidige Thema "Fellwechsel, Wetterumschwung".
Jinx hat dieses Jahr ein paar Probleme mit dem Fellwechsel. Er trägt noch sein Winterkleid, obwohl das komplette Sommerfell schon darunter gewachsen ist.
Bei diesen Temperaturen macht ihm das sehr zu schaffen. Leider hat er durch die ganzen Haarflusen, die er wohl beim Putzen geschluckt hat, "Haarballen" bekommen. Haarballen erschweren den Kotabsatz und verursachen starke Bauchschmerzen. Ich gab ihm Lefax und MCP und es ging ihm einigermaßen gut, am Folgetag war es erneut schlecht. Wir suchten die Tierarztpraxis auf. Damit ein Wirkstoff schneller wirkt, empfehlen die Tierärzte statt einer oralen Medikamentengabe, Injektionen unter die Haut (subkutan). Bislang bin ich immer drumherum gekommen, die Tiere "piecksen zu müssen", doch da er wirklich nicht gut aussah, stimmte ich der Tierärztin zu und sie gab mir die Medikamente für Jinx als Injektion mit. Bei Menschen kann und kenne ich das, aber bei einem solch zarten Tier habe ich das noch nie gemacht. Unten habe ich eine kleine Anleitung (Abb.1) erstellt, falls ihr mal in der Situation seid etwas spritzen zu müssen, könnt ihr gern darauf zurückgreifen. So schwer war es gar nicht, doch am Besten ist es, wenn man zur Unterstützung eine zweite Person dazu nimmt.
Um ihn aktiv zu unterstützen, bürste ich ihn jetzt mehrmals täglich. Da er sehr zutraulich ist, regel ich das mit ihm am Boden, wenn er den Kontakt zu mir sucht und muss ihm nicht den Stress zumuten ihn jeden Tag einzufangen und hoch zunehmen - da sind wir bestimmt beide froh drüber ;-) .
Abb.1
Hier noch Beispiele kleiner Hausmittelchen um Haarballen etwas vorzubeugen (und meine persönliche Meinung dazu):
1.) Nager-Malt-Paste(n): Die Fette dieser Pasten legen sich schichtartig um verschluckte Haare herum, damit sie besser ausgeschieden werden können. Die Empfehlung gab es diesmal von der Tierärztin, mit dem Zusatz, dass die Tiere ja "voll auf den Geschmack abfahren" und die Paste freiwillig essen. Ich würde diese Paste unterstützend NUR empfehlen, wenn man die Tiere sowieso für die Medikamentengabe hochnehmen muss, weil freiwillig, hat das hier leider keiner essen wollen ;-( . Desweiteren würde ich das Produkt nicht kaufen, da es nicht vegan ist, es sind Milchzucker enthalten.
2.) Sonnenblumenkerne oder Leinsamen enthalten Fette, die auch der natürlichen Ernährung der Kaninchen entsprechen. Fette und Enzyme helfen die verschluckten Haare abzuführen. Bei Fellwechsel können Samen und Kerne (z.B. Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Fenchelsamen) bis zu 1 TL pro Kg des Kaninchens/ pro Woche gegeben werden. Das wird dankend angenommen, es ist wie ein "Leckerlie".
3.) Der Mythos mit dem Ananas-Saft: Lange wird schon empfohlen, dass bei Fellwechsel Ananas-Saft gegeben werden kann. Ananas enthält ein Enzym, was durchaus in der Lage wäre Haareiweiß zu spalten und somit die Abführung dieser erleichtern könnte. Vorher aber durchläuft der Ananas-Saft die Magensäure des Kaninchens, welche wiederum dieses Enzym zerstört. Also ist nicht sicher, ob die Wirkung dieses Enzymes wirklich im Dünndarm zur Auflösung der Haare ankommt. Das Gleiche gilt für Kiwi- und Kiwi-Saft. Aufgrund des hohen Zuckergehaltes sollten Früchte generell daher nur selten als "Leckerlie" verfüttert werden, ein Muss ist es nicht!

Zum Schluss noch ein paar Schnappschüsse, Jinx geht´s wieder gut und frisst genüsslich, zusammen mit seiner Nicki, die frische Wiese meiner Nachbarin :-) . Man sieht auf dem Bild, dass er noch ein bisschen zerrupft aussieht, weil er noch immer mitten im Fellwechsel ist!